"Rettet das kleine Ferkel!"

ASCHAFFENBURG. (hpd) Giordano Bruno Stiftung und Alibri Verlag starten Kampagne gegen die Indizierungspläne des Familienministeriums


Einen Tag nach der Veröffentlichung des Indizierungsantrags des Bundesfamilienministeriums gegen das religionskritische Kinderbuch "Wo bitte geht's zu Gott? fragte das kleine Ferkel" haben die Giordano Bruno Stiftung und der Alibri Verlag eine "Kampagne zur Rettung des kleinen Ferkels" gestartet. Auf der eigens dafür eingerichteten Website www.ferkelbuch.de findet man nicht nur viele Informationen über das heiter-satirische Kinder- und Erwachsenenbuch von Michael Schmidt-Salomon und Helge Nyncke, sondern auch eine Petition, die jeder, der mit den Zensurplänen des Familienministeriums nicht einverstanden ist, unterschreiben kann.

Zahlreiche Solidaritätsschreiben

"Bei uns gingen gestern zahlreiche Solidaritätsschreiben ein!", sagt Autor Schmidt-Salomon. "Viele Menschen ärgerten sich insbesondere darüber, dass das Ministerium zu Verleumdungsstrategien greift, um Religionskritik zu diffamieren. Als sei Kritik am Alten Testament gleichbedeutend mit Antisemitismus! Grotesk! Glücklicherweise wurde das Buch ja schon vor dem Indizierungsantrag mehrere Tausend Mal verkauft, so dass viele Menschen überprüfen konnten, wie haltlos die Vorwürfe des Ministeriums sind!"

Haben sich neben empörten Erwachsenen auch Kinder und Jugendliche beim Autor gemeldet? "Ja, sicher!", sagt Schmidt-Salomon und leitet uns als Beleg die Mail eines "wütenden Ferkelfans", Björn (11 Jahre), weiter. In Björns Mail heißt es u.a.: "Oh Mann, was die alles für'n Quatsch dazu erzählen. Wenn man so was aus den Kinderstuben verbannt, und ne' Bibel hineinstellt, werden die Kinder vollkommen verblödet. Warum soll man die Kinder schon von klein an mit Religion verdummen? Wenn sie erwachsen sind, denken sie dann vielleicht noch, das wäre alles richtig so. Religion (egal welche) ist nun mal von Natur aus Quatsch, da kann man nichts machen. Ich bleibe deinem Buch auf jeden Fall treu. (Das ist nämlich viel schlauer als ne' Bibel oder so ne' doofe Ministerin.)"

Kindermund tut Wahrheit kund, heißt es. Bleibt nur zu hoffen, dass Björns Einschätzung der intellektuellen Fähigkeiten der Ministerin nicht als Beleg dafür gewertet wird, dass das Ferkelbuch geeignet sei, "Kinder- und Jugendliche sozial-ethisch zu desorientieren" (Zitat aus dem Indizierungsantrag). Rechnen muss man mittlerweile wohl mit Allem.

Stefanie Finke
Humanistischer Pressedienst


[www.ferkelbuch.de]